Healthy living…aber wie…

Heute mal wieder aus der Reihe KOCHE DEIN LEBEN

In Zeiten von Fastfood, denaturierten Lebensmitteln und Aufklärung sollte man meinen das immer noch viel zu viele Menschen sich ungesund ernähren.

Offenbar ist die Flut an Informationen über Lebensmittel bzw. verschiedene Ernährungsformen zu gross, als das ein Mensch sich langfristig an etwas bindet, geschweige denn den Durchblick behält.

Dabei kann es so einfach sein, denn im Grunde genommen tragen wir unseren inneren Berater in uns. Er sagt uns genau was für die jeweilige Lebensphase wichtig ist.

Aber wie kommen wir an ihn heran bei diesem ganzen lauten Getöse auf dem Bazar der Möglichkeiten, wo es uns mal von links…mal von rechts, entgegenschallt was Lebensmittelkonzerne, Sponsoren und Marktschreier für richtig halten? Denn der innere Berater spricht eher leise und meldet sich dezent zu Wort und – wer kennt das nicht – oftmals spielt der innere Schweinehund uns einen Streich, der sich in die Gewänder des Beraters hüllt…

Das Zauberwort hierfür ist ACHTSAMKEIT

Wenn wir lernen uns selbst immer mal wieder Aufmerksamkeit zu schenken, wird sich mit der Zeit ein Bewusstsein entwickeln in dem wir erkennen was wir brauchen.

Das bedeutet anfangs ein wenig Übung in der Hektik des Alltags – aber es lohnt sich.

Es kann der Moment sein in dem man kurz innehält und wahrnimmt was gerade in dem Augenblick IST, was geschieht um mich herum, was macht es mit mir…

Es kann aber auch der Tagesabschluss sein, der in manchen Religionen „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ genannt wird. Dabei geht es darum sich kurz zurück zu ziehen und den Tag Revue passieren zu lassen. Wer ist mir begegnet, was gab es schönes, was nicht so schönes, was habe ich besonderes getan oder nicht getan, was hat mich besonders berührt,…

Wichtig dabei: versuche im JETZT zu sein und beisse Dich nicht an Gedanken fest, nimm einfach nur wahr ohne zu bewerten.

Dann wird sich mit der Zeit ein sicheres Gespür entwickeln was Dir wahrhaftig gut tut und was nicht…

Und was das Thema Ernährung angeht haben wir schonmal viel gewonnen wenn wir möglichst frische Lebens-mittel verarbeiten, viel Obst und Gemüse, gute Eiweisse und vollwertige Kohlenhydrate.

Und wenn dann der Prozess der Zubereitung noch als freudvoll und mit allen Sinnen erlebt werden kann, um sich dann Zeit zu nehmen das ganze mit Genuss einzuverleiben…ja dann haben wir schon sehr viel Gutes für uns getan.

Denn: der Mensch ist was er isst.

Und wenn der innere Schweinehund dann mal wieder anklopft…bittet ihn herein, lasst ihn Platz nehmen und verweilt ein wenig mit ihm…teilt das Stückchen Kuchen mit ihm und habt Freude daran…um ihn dann aber auch bittschön mal wieder in die Schranken zu verweisen 😉

Ich wünsche Dir Momente im Alltag in denen Du einfach nur SEIN darfst

11 Gedanken zu “Healthy living…aber wie…

  1. gestern Abend hatte ich mir eine Tüte Pommes mit Majo gekauft, mich auf ein Mäuerchen in der Abendsonne gesetzt und diese genüsslich gegessen. Dabei fragte ich mich, wieso ich eigentlich gerade bei Hitze so Appetit auf fettige Pommes habe. Und ich erinnerte mich, wie ich sowohl als Kind, als Jugendliche und später als Mutter an solch heißen Sommertagen mit der Familie an den See gefahren bin, den ganzen Tag im Wasser und am Strand verbrachte mit Schwimmen, spielen, laufen und lachen und es das i-Tüpfelchen war, wenn wir uns dann am Strandbüdchen eine Portion Pommes kauften…. So wurde es ein ganz bewusster genuß von etwas, das in Maßen oder regelmäßig gegessen äußerst ungesund für Körper, Geist und Seele sein kann.

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    1. Danke für diese schöne Geschichte, Wiltrud – das ist genau das, was ich meine. Was nützt es wenn man tolle Philosophien im Kopf hat und vor lauter gesundem Essen schon gar nicht mehr geniessen kann…macht auf Dauer unleidlich und ist denke ich auch nicht im Sinne des Erfinders 🙂 und wenn die gerade Linie stimmt sind Pommes mit Mayo ruhig mal drin 😉

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  2. Achtsamkeit ist ein wertvolles Werkzeug bei vielem.
    Und etwas für Fortgeschrittene, denke ich. Die meisten stecken so sehr in ihrem Hamsterrad, dass sie es kaum schaffen anzuhalten/innezuhalten.

    Was das Essen betrifft, so wäre ich ganz bescheiden dafür, dass es erst einmal kostenlose Kochkurse für junge Leute insbesondere junge Eltern gäbe.
    Ich finde es erschreckend, wenn ich sehe, dass es immens viele junge Leute gibt, die nicht kochen können, bzw. für die kochen bedeutet, eine Tüte aufzureissen und den Inhalt in der Mikrowelle zu erwärmen. Die Steigerung davon ist dann, wenn sie dieses dann noch als selbst gekocht präsentieren und stolz sind.

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    1. Na ja….wenn hier jemand dabei ist, der nach meinem Beitrag mal kurz aus seinem Hamsterrad aussteigt und den Artikel resp. Moment wahrnimmt, ist es doch schonmal der Mühe wert 😉

      Und das Achtsamkeit etwas für Fortgeschrittene ist sehe ich nicht so….

      Ich denke jeder trägt dieses wertvolle Werkzeug in sich…manchmal braucht es zudem vielleicht einen Anstoss von aussen, das man sich dessen wieder erinnert…und dann schon auch ein bisschen „Übung“ und Disziplin, es im Alltag zu verankern…

      Hm….und mit den Kochkursen…ich weiss nicht…was ich so beobachte gibt es da schon sehr viele Angebote….ich sehe den Ansatz eher im Elternhaus bzw. Schule…damit wären wir wieder bei der Aufklärung…wenn jemand mal begriffen hat das jeder einzelne Politik macht mit dem was täglich im Einkaufswagen landet und Selbstverantwortung und verantwortliches Handeln für andere wieder mehr Stellenwert erreichen würde, wäre das Bewusstsein auch wieder ein bisschen mehr geschärft und würde Dinge hinterfragen, die uns die Medien oftmals „verkaufen“ wollen…

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      1. Ich weiß schon was du meinst.
        Ich spreche hauptsächlich von den sog. „bildungsfernen“ Familien (ich mag diesen Ausdruck nicht).
        Die würden eher solche wertvollen Einträge wie deiner gar nicht lesen, weil sie es nicht verstehen würden.

        Ich betreue derzeit einige hundert „Mädels“, keine von ihnen kann kochen, keine von ihnen weiß´, wie eine gesunde Ernährung ausschaut. Sie sind zwischen 13 und 77 Jahre alt, die meisten zwischen 20 und 30, die kennen es nicht anders, auch deren Eltern können nicht kochen.
        Da wird eine Packung TK-Gemüse in die Pfanne oder die Mikrowelle getan, und sie denken, das sei vollwertig und gesund.
        Ich finde es schade, dass der Kochunterricht in den Schulen abgeschafft wurde. Ich selbst habe zuhause nichts gelernt, habe mir alles selbst beigebracht, aber den Grundstock hat schon der Kochunterricht gelegt.

        Eben, im Elternhaus muss man anfangen, diese Leute muss man erreichen über günstige oder kostenlose Kochkurse, damit sie mal lernen, wie ein Blumenkohl oder wie Kohlrabi ausschaut,
        wie man diese Leute, die ja einen Großteil ausmachen, wirklich erreichen kann, darüber zerbreche ich mir oft den Kopf.

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      2. Ich würde es nicht verallgemeinern….oftmals bedeutet es für die „bildungsnahen“ ( müsste dann das Pendant sein 😉 ) zu versuchen die Sprache der „bildungsfernen“ zu sprechen…

        Es hört sich an als seist Du recht nah dran….wie wäre es mit gemeinsamen Kochevents…. eine Mezze veranstalten, samt gemeinsamer Einkaufs- und Küchenplanung…über das gemeinsame Tun werden die Menschen angesprochen..jenseits von theoretischer Wissensansammlung…die auch ihre Berechtigung hat, aber in dem Fall sekundär…

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      3. Nein, verallgemeinern kann man es nicht, ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass es unsagbar viele Leute gibt, die nicht mehr kochen können und, wie du auch schreibst, die Medien, die Werbeindustrie tragen einen guten Teil dazu bei.
        Ich habe fast zehn Jahre in einem Frauenhaus gearbeitet, ehrenamtlich, dort habe ich einmal die Woche mit den Frauen gekocht, weil auch dort keine einzige kochen konnte, ich wollte ihnen zeigen, wie sie mit ihrem wenigen Geld trotzdem gesund und gut kochen können.
        Es war vergeblich. Es war ihnen zuviel, zu umständlich, es sei einfacher, eine Packung aufzumachen.
        Aber sie genossen es, wenn ich sie bekocht habe 😉

        An den Mädels, die ich betreue, bin ich nicht so nah dran, ich betreue sie über eine Art Sorgentelefon, damit sie anonym bleiben können, wenn sie das möchten.

        Ich gebe aber nicht auf, im Moment verhandele ich mit der Volkshochschule, ob die nicht Kochkurse im Kindergarten anbieten können, für die Kinder und die Mütter.

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      4. Na da tust Du doch offensichtlich schonmal das, was Du an Deinem Platz so tun kannst 🙂

        Und das Klientel, was Du betreust scheint im Moment andere Sorgen zu haben, wenn ich es richtig verstehe….

        Oftmals ist es ja auch so, das man einen Impuls setzt für etwas, was sich erst in der Zukunft als „Erfolg“ zeigt…

        …und da wo nicht, ist es wohl nicht an der Zeit gewesen, für den oder die jenige einen Kurswechsel einzuschlagen…auch das hat seine Berechtigung….

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      5. Ja, ich versuche zumindest etwas zu tun, weil ich es schlimm finde, dass unsere Kinder immer kränker werden.
        Auch mag ich es nicht, wenn Kinder so lieblos abgefertigt werden mit Fertiggerichten und ich mag es auch nicht, wenn Leute zu sich selbst so lieblos sind.

        Stimmt, da hast du Recht, machmal kommt ein Impuls erst später zum Tragen.

        Sicher hat es seine Berechtigung, wenn Leute nichts ändern, ich finde es einfach schade, wenn ich z.b. bei den Sterbebegleitungen höre „es hat mir ja niemand gesagt, oder gezeigt.“

        Als ich meine Diabetes-Diagnose bekam, musste ich von der Krankenkasse aus zu einer Schulung.
        Dort wurde einem unter anderem erzählt, WAS man essen sollte und was nicht.
        Aber es wurde nicht erklärt WIE man das zubereitet. Es war deutlich zu spüren, dass die Leute abgeschaltet haben, weil sie eh nicht wußten, wie sie das kochen sollten.

        Ich habe dann einfach mal gefragt, ob die Krankenkasse einem denn auch Kochkurse anbieten und zahlen würde….nein, kochen kann ja jeder, so sagte die Diät-Assistentin.
        Die hat überhaupt nicht kapiert, dass die meisten, die sie schulen sollte, es eben nicht können.
        Und so ist es nicht verwunderlich, dass es diejenigen, die Fertiggerichte (die ja alle mit Zucker sind) trifft, wenn es um Komplikationen wie Amputationen, Schlaganfälle usw. geht.

        Um aber noch mal auf deinen eigentlichen Beitrag zu kommen, die Achtsamkeit, das haben ein paar Kolleginnen immerhin geschafft, dass es für Diabetiker eine Art Achtsamkeitstraining gibt, das von den Kassen bezahlt wird.

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